Schachsport und geschlossene Gesellschaft
Rio und die Olympiade 2016. Unvermeidlich sind bei einem solchen Monsterprojekt die Riesenprofite im Baubusiness, das Elend von Arbeitssklaven, die Fouls von internationaler Sportpolitik. Es ist gut, das alles zwischendurch zu vergessen. Es ist interessant, Leistungen von Athleten und Athletinnen zu bewundern, das eine oder andere Drama mitzuerleben. Es ist erfreulich, dass sich in dieser unruhigen Welt Sport ohne Panzer und Raketen versammelt.
Den österreichischen Athleten haben wir alles Gute gewünscht, gutes Gelingen gegen eine oft übermächtige Konkurrenz. 74 waren in 25 Sportarten selektiert. Schade, dass der Schachsport gefehlt hat. Warum eigentlich? Schließlich sind wir ein echter Weltsport. Die FIDE nähert sich der Mitgliederzahl von 190 Nationen. (Kurt Jungwirth)

Walter Kastner ist Generalsekretär des Österreichischen Schachbundes und sorgt hier seit vielen Jahren für ausgezeichnete strukturelle Bedingungen. In dieser Sendung setzt er sich (er ist auch Instruktor – B-Trainer) allerdings nicht mit organisatorischen Strukturen sondern rein schachlich auseinander. Das schachliche Verständnis entwickelt sich enorm mit dem Studium häufiger Bauernstrukturen. Das Thema der Sendung ist die Maroczy-Struktur. Ausgestrahlt
"Das Schachspiel ist ihr Leben" titelte die Kleine Zeitung einen Artikel über Grete Katholnig anlässlich der Verleihung des Ehrenzeichens der Stadt Graz im Dezember 2007. Nun ist dies Vergangenheit. Grete Katholnig verstarb gestern im 82. Lebensjahr.
Markus Ragger druchbricht gestern beim Schach Finale der Bundesliga in Jenbach mit einem Sieg gegen den deutschen Großmeister Thomas Luther erstmals die Elo-Grenze von 2700, die als inoffizielle Schallmauer die engere Weltspitze vom Rest der Welt trennt. Als Draufgabe wird Ragger mit seinem Klub Maria Saal erstmals in der Vereinsgeschichte die Bundesliga gewinnen. Zwei Runden vor Schluss liegt Maria Saal vier Punkte vor Titelverteidiger Jenbach und kann praktisch nicht mehr eingeholt werden. Das Elosystem wurde 1959 vom Ungarn Arpad Elo entwickelt und spiegelt aufgrund der statistischen Auswertung bisheriger Turnierergebnisse genau die Spielstärke von Schachsportlern wider. Markus Ragger hatte sich 2015 in der Weltrangliste von Platz 101 auf den 50. Platz vorgekämpft und im Laufe des Jahres mehrmals an der magischen Grenze von 2700 gekratzt, konnte sie aber nie überspringen. Beim ersten Grendke Schach Open in Karlsruhe zeigte sich Österreichs Nummer Eins vorige Woche groß in Form, kämpfte mit um den Sieg und belegte nach neun Runden den siebenten Platz unter 566 Teilnehmern. Direkt aus Karlsruhe kam Ragger zum Finale der österreichischen Bundesliga nach Jenbach, wo von Donnerstag bis Samstag die Runden neun bis elf gespielt werden. Ragger führt in der Saison 2015/2016 seinen Klub Maria zum ersten Meistertitel in der Geschichte. Nach dem gestrigen 5,5:0,5 Kantersieg gegen Absam können die Kärntner die Sektkorken schon knallen lassen. Titelverteidiger Jenbach ist vier Punkte zurück und könnte Maria Saal selbst mit zwei 6:0 Siegen nur noch theoretisch einholen. Als Draufgabe sprengt Ragger in der täglich aktualisierten "Live-Rating-Liste" erstmals die 2700 Elogrenze. (wk)