Olympiade: Gold für Usbekistan und China

Gastgeber Usbekistan sichert sich in der Schlussrunde der Olympiade in Samarkand mit einem 2,5:1,5-Erfolg gegen die Ukraine die Goldmedaille – wie schon 2022 in Chennai. Das Team holt 20 von 22 möglichen Punkten und leistet sich mit einer Niederlage gegen Deutschland nur einen Ausrutscher. Am Spitzenbrett erzielt Nodirbek Abdusattorov mit 8,5 Punkten aus elf Partien und einer Performance von 2869 das beste Ergebnis aller Spieler. Aber auch WM-Herausforderer Javokhir Sindarov (7/10), Nodirbek Yakubboev (7,5/10), Shamsiddin Vokhidov (2654) und Mukhiddin Madaminov (5,5/7) überzeugen mit herausragenden Leistungen.

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Titelverteidiger Indien sichert sich trotz einer 2:2-Punkteteilung gegen Ungarn dank der besseren Zweitwertung die Silbermedaille. R. Praggnanandhaa holt am ersten Brett ungeschlagen 6,5 Punkte aus zehn Partien. Weltmeister D. Gukesh erzielt am vierten Brett neun Punkte aus den ersten zehn Partien, verliert aber in der Schlussrunde gegen den Ungarn Gleb Dudin, der mit einer Performance von 2738 die beste Eloleistung an diesem Brett erzielt. Bronze gewinnt Deutschland dank eines 2,5:1,5-Erfolges gegen die Niederlande. Matthias Bluebaum holt den entscheidenden Sieg gegen Jorden van Foreest. Der Niederländer beendet das Turnier am zweiten Brett dennoch mit einer herausragenden Eloleistung von 2798 – ebenso wie der Chinese Wei Yi. Diese Leistung wird nur von Abdusattorov (2869) und Yagiz Kaan Erdogmus (2839) übertroffen.

Die Goldmedaille bei den Frauen geht an China. Das junge Team brilliert und kann es sich sogar leisten, vier seiner fünf besten Spielerinnen der Top-6 der Weltrangliste zu Hause zu lassen. Angeführt von Jiner Zhu bleiben die Chinesinnen ungeschlagen und gewinnen die Schlussrunde gegen Vietnam sicher mit 3:1. Kasachstan teilt mit Polen die Punkte, sichert sich aber dank der besseren Zweitwertung die Silbermedaille vor Indien. Damit kann Indien seinen Titel auch bei den Frauen nicht verteidigen, ist aber die einzige Nation, die bei dieser Olympiade zwei Medaillen gewinnt. Die beste Eloleistung des Turniers erzielt die Chinesin Jiner Zhu mit 2638, gefolgt von der Amerikanerin Carissa Yip (2601) und einer weiteren Chinesin, Miaoyi Lu (2576).

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Österreichs Teams mit wechselhaftem Abschluss

Für die österreichischen Teams verlaufen die Schlussrunden nicht nach Wunsch. Die Herren verlieren nach der Niederlage gegen Ungarn in Runde zehn auch gegen die Mongolei mit 1,5:2,5 und holen in der Schlussrunde gegen Singapur nur ein 2:2. Ein Punkt aus den letzten drei Runden wird der zuvor durchaus ansprechenden Leistung mit einem zwischenzeitlichen Platz im erweiterten Spitzenfeld nicht gerecht. In der zweiten Turnierhälfte werden insgesamt zu viele Punkte gegen eloschwächere Nationen abgegeben, um in der Tabelle weiter vorne zu landen. Am Ende belegen die Österreicher Rang 51.

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Die beste Eloleistung des Teams erzielt Konstantin Peyrer mit 2543. Das bringt ihm einen Platz unter den Top 10 der Brettwertung ein. Mit sechs Punkten aus acht Partien ist er zudem Österreichs Topscorer. Am Spitzenbrett startet Kirill Alekseenko mit 4/5 gut ins Turnier, fällt nach dem Ruhetag mit 1/5 aber deutlich zurück und bleibt unter seinen Erwartungen. Felix Blohberger erfängt sich nach zwei Niederlagen zu Beginn und holt danach starke fünf Punkte aus sieben Partien, darunter einen Sieg gegen den ehemaligen WM-Finalisten Peter Leko. Ebenfalls im Rahmen seiner Erwartungen bleibt Lukas Dotzer mit 5,5/9. Zwei Niederlagen in den Runden neun und zehn verhindern ein noch besseres Ergebnis. Valentin Baidetskyi findet trotz zweier Auftaktsiege nicht richtig ins Turnier und bleibt mit 3,5/8 deutlich unter seinen Erwartungen.

Das ÖSB-Frauenteam spielt eine starke Olympiade, wird für seine Leistungen aber nicht ausreichend belohnt. Eine 1,5:2,5-Niederlage gegen Serbien wirft die Mannschaft auf den 49. Platz zurück. Im Turnierverlauf gewinnt das Team alle fünf Begegnungen gegen eloschwächere Mannschaften und trifft gleich sechsmal auf Nationen aus den Top 17. Dabei gelingen mit Punkteteilungen gegen die Niederlande, Georgien und die Schweiz drei beachtliche Überraschungen. Drei weitere Matches gegen die Ukraine, Deutschland und Serbien gehen jeweils nur knapp mit 1,5:2,5 verloren – die Niederlagen gegen die Ukraine und Deutschland besonders unglücklich.

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Olga Badelka spielt am Spitzenbrett knapp unter ihren Erwartungen, vor allem, weil sie einige gute Möglichkeiten ungenutzt lässt. Eine starke Leistung zeigt Jasmin-Denise Schloffer am zweiten Brett. Mit 6,5/10 ist sie die Topscorerin des Teams. Über ihrer Eloerwartung bleiben auch Chiara Polterauer (5,5/10) und Emilia Deak-Sala (5,5/10). Elisabeth Hapala verpasst zwei Gewinnstellungen und muss sich mit 3/5 begnügen.

Insgesamt zeigen die ÖSB-Teams ansprechende bis sehr gute Leistungen. Die besonderen Bedingungen einer Olympiade, bei der sich die Platzierungen oft erst in den letzten drei Runden entscheiden, spielen diesmal allerdings den österreichischen Mannschaften nicht in die Karten. (wk, Fotos: FIDE bzw. Emilia Castelao)

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