In Samarkand (Usbekistan) ist die 46. Schacholympiade eröffnet worden. Insgesamt nehmen 207 Teams im Open-Bewerb und 191 Mannschaften im Frauenbewerb teil. Die erste Runde verlief für die meisten favorisierten Mannschaften erwartungsgemäß, brachte aber auch bereits einige bemerkenswerte Überraschungen.
Für einen besonderen Auftakt sorgten die zeremoniellen ersten Züge von FIDE-Interimspräsident und fünffachem Weltmeister Viswanathan Anand sowie Vertretern des usbekischen Schachverbandes. Die Olympiade ist dabei nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein Treffpunkt der Schachkulturen aus aller Welt. Die farbenprächtigen Mannschaftsoutfits und ein eigens eingerichteter EXPO-Bereich, in dem Spieler und Fans zusammentreffen, unterstreichen diesen besonderen Charakter.
Sportlich sorgte vor allem Thailand für eine Überraschung: Prin Laohawirapap bezwang am Spitzenbrett den indischen Topspieler Arjun Erigaisi mit den schwarzen Steinen. Indien kam dennoch zu einem 3:1-Mannschaftssieg. Auch das 2:2 von Botswana gegen das deutlich höher eingeschätzte Brasilien war eine der großen Überraschungen der Auftaktrunde.

Foto: FIDE
Österreichs Herren starteten in der Besetzung Felix Blohberger, Lukas Dotzer, Konstantin Peyrer und Valentin Baidetskyi mit einem 3:1-Sieg gegen Palästina. Den Ehrenpunkt für Palästina erzielte Ahmed Abdel Wahab am Spitzenbrett gegen Blohberger, dem in besserer Stellung ein Fehler unterlief, der eine Figur und schließlich die Partie kostete. Österreichs Frauen spielten ihre nominelle Überlegenheit beim 4:0 gegen Aruba deutlich aus. Im Einsatz waren Jasmin-Denise Schloffer, Chiara Polterauer, Emilia Deak-Sala und Elisabeth Hapala.
In der zweiten Runde standen zahlreiche Topstars erstmals am Brett. Der usbekische WM-Herausforderer Javokhir Sindarov führte sein Team zu einem klaren 3,5:0,5-Erfolg gegen Peru und sorgte mit einer spektakulären Kombination für eines der Highlights des Tages. Deutschland feierte mit Vincent Keymer einen überzeugenden 3,5:0,5-Sieg gegen Usbekistan 3. Titelverteidiger Indien musste sich gegen Indonesien hingegen mit einem hart umkämpften 2,5:1,5 begnügen; Weltmeister Gukesh wurde dabei vom erst 17-jährigen Indonesier Satria Duta auf Remis gehalten.
Auch in der Frauenkonkurrenz setzten die Favoritinnen erste deutliche Akzente. Indien, China, die USA und Gastgeber Usbekistan starteten mit überzeugenden Siegen. Für eine Überraschung sorgte Montenegro mit einem 2:2 gegen das an Nummer zwei gesetzte Georgien.

Alekseenko, Dotzer, Peyrer, Baidetskyi. Fotos: Emilia Castelao.
Das ÖSB-Frauenteam hatte gegen Neuseeland mehr Mühe als erwartet, kam aber in gleicher Besetzung wie in der ersten Runde zu einem 2,5:1,5-Erfolg. Den entscheidenden Punkt sicherte Elisabeth Hapala. Die Herren dominierten, angeführt von Kirill Alekseenko, gegen Südafrika und gewannen sicher mit 4:0.
Heute warten die ersten großen Kaliber. Die Schützlinge von Coach Ferenc Berkes treffen auf die Nummer drei des Turniers, Usbekistan. Die Frauen, gecoacht von Martin Christian Huber, bekommen es mit der Nummer zwölf, den Niederlanden, zu tun. (wk, Fotos: Emilia Castelao)