Vom 24. bis 30. Juli 2026 war die ehemalige Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk erneut zu Gast in Österreich. In einer intensiven Trainingswoche arbeitete sie sowohl mit dem Frauen-Kader als auch mit der Jugend des Österreichischen Schachbundes, bevor sie den Abschluss mit einem Simultanauftritt in der LentiaCity in Linz bildete.
Intensives Training mit dem Frauenkader
Den Auftakt bildete am 25. und 26. Juli ein Trainingswochenende mit dem Frauen A- und B-Kader im Haus des Sports in Wien. Am ersten Trainingstag nahmen Emilia Deak-Sala, Nikola Mayrhuber, Annika Fröwis sowie Elisabeth Hapala (online) teil. Am zweiten Tag stieß Chiara Polterauer zur Gruppe.
Inhaltlich spannte Kosteniuk einen breiten Bogen. Schwerpunkte waren die Entscheidungsfindung im Mittelspiel, Angriffsführung sowie theoretische Endspiele. Besonders intensiv wurde ihre eigene Partie gegen Alexander Onischuk aus dem Jahr 2005 analysiert https://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1327780.
Das Training war abwechslungsreich gestaltet: Eigenständiges Lösen anspruchsvoller Aufgaben wechselte sich mit gemeinsamen Analysen und Diskussionsrunden ab. Ergänzt wurde das Programm durch Ausspielstellungen, in denen die Teilnehmerinnen das Gelernte unmittelbar in die Praxis umsetzen konnten.
Jugend sammelt wertvolle Impulse
Am 27. und 28. Juli stand die Jugend im Mittelpunkt. Ebenfalls im Haus des Sports in Wien trainierten Chenshan Wu, Isak Veladzic, Laura Zens, Josephina Brunner, Elisabeth Wießner, Katharina Pötscher und Alina Donets mit der ehemaligen Weltmeisterin.
Auch hier lag der Fokus auf Angriffsspiel und theoretischen Endspielen. Neben Einzelaufgaben mit anschließender gemeinsamer Analyse standen Ausspielstellungen, Punktepartien sowie ein systematischer Zugfindungsalgorithmus auf dem Programm. Darüber hinaus gab Kosteniuk den Nachwuchsspielerinnen und -spielern wertvolle Hinweise zur Gestaltung eines langfristig erfolgreichen Eröffnungsrepertoires.
Besonders in Erinnerung blieb eine anschauliche Analogie, mit der Kosteniuk das Wesen einer Schachpartie erklärte: Sie verglich eine Partie mit einem Musikstück, bei dem jede Stellung ihren eigenen Rhythmus besitzt. Wer einen Angriff beginnt, müsse diesen konsequent fortsetzen. Eine Figur am Königsflügel zu opfern und anschließend plötzlich am Damenflügel weiterzuspielen, sei wie eine falsche Note in einer Melodie und der Rhythmus gehe verloren.
Simultanveranstaltung in der LentiaCity
Den Abschluss ihres Österreich-Besuchs bildete am 29. Juli eine Simultanveranstaltung in der LentiaCity Linz. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einer unterhaltsamen Runde Hand & Brain mit Unternehmer Karl Egger jun., Präsident Michael Stöttinger und Bundestrainer Martin Huber, stellte sich Alexandra Kosteniuk zehn talentierten Nachwuchsspielerinnen zum Simultan.
Mit dabei waren Alina Donets, Pia Langeder, Parinitha Hemanth Gowda, Stefanie Geworgyan, Marissa Blieberger, Juliane Jauk, Saanvi Vinaykumar, Sarah Nussbacher, Mila Nussbacher und Maria Sharapova.
Wie erwartet konnte Alexandra Kosteniuk alle 10 Partien für sich entscheiden. Viel wichtiger jedoch ist für die jungen Talente die seltene Gelegenheit, gegen eine ehemalige Weltmeisterin anzutreten.
Ein herzlicher Dank gilt der LentiaCity Linz, der Schwestermall der in der Schachszene bestens bekannten PlusCity, die diese besondere Veranstaltung als Unterstützer ermöglicht hat. (ssc, Bilder: ÖSB)