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Die Weltmeisterschaft in Moskau zwischen Anand und Gelfand endet nach einem weiteren Kurzremis in der letzten Runde mit 6:6 und muss am Mittwoch im Tie-Break entschieden werden. Allen Prognosen zum Trotz entpuppte sich die WM zu einem ausgeglichen Match. Leider begnügten sich die beiden Protagonisten, die der Schachwelt schon jede Menge an Sternstunden beschert haben, diesmal damit sich gegenseitig zu neutralisieren. Die Folge sind 10 Remisen bei nur zwei Ganzentscheidungen, sechs davon unter 30 Zügen. Eine einzige Partie (!!) erreicht die erste Zeitkontrolle. Der Durchschnitt der Züge beträgt gerade mal 28. Zum Vergleich: Anand-Topalov 52 Züge, Kramnik-Topalov 51 Züge, selbst Anand-Kramnik und Kramnik-Leko haben jeweils 35 Züge im Schnitt erreicht. In der Pressekonferenz spricht Anand von einem harten Kampf und Gelfand spricht von den vielen Zuschauern im Internet, welche die Partien wohl interessant finden müssten. Beide meinen sie seien zum Schach spielen da und nicht um eine Show zu bieten. Gerade das haben sie aber nur bedingt getan. Mag sein, dass viele "einfache" Schachfans das Wesen eines WM-Kampfes nicht recht verstehen, aber selbst Kramnik nahm in seiner Live-Kommentierung den Remisschluss in der Schlussrunde verwundert zur Kenntnis, hätte Anand mit einem Mehrbauern doch risikolos weiterkämpfen können. So wird diese WM als jene mit den wenigsten Gewinnpartien in die Geschichte eingehen und als eine ohne echte Höhepunkte. Darüber wird auch das erste Tie-Break der WM-Geschichte nicht mehr hingwegtäuschen können. Kämpfer wie Carlsen oder Topalov sind gefragt. Und ein Regulativ, das bei einem 2,5 Millionen Preisgeld keine "Arbeitsverweigerung" erlaubt. (wk, Foto: Turnierseite)
Turnierseite (mit WM-Studio als Live-Videostream)

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