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Versandt ist die Februar Ausgabe von Schach Aktiv. Im Mittelpunkt der Ausgabe stehen die 1. Bundesliga mit dem Wochenende in Graz, das Open in Ybbs und international der Sieg Carlsens in Wijk aan Zee. Die Partie des Monats stammt aus der Bundesliga und wurde von Oliver Lehner gespielt, der mit seinem Tiroler Team aus Jenbach einen Traumlauf hat und knapp vor dem Titelgewinn steht. In Kombination mit der Partie hat Schach Aktiv den österreichischen Spitzenspieler zum Interview gebeten. Ein Auszug dieses Interviews findet sich untenstehend... (wk)
Schach Aktiv

Oliver Lehner wurde am 30. Juni 1975 in St. Pölten geboren. Als er im Alter von vier Jahren aufgrund einer Augenoperation drei Wochen lang im Krankenhaus bleiben musste, brachte ihm sein Großvater die Schachregeln bei. Mit sechs Jahren las er sein erstes Schachbuch (”Wir lernen Schach”) und drei Jahre später spielte er seine erste Meisterschaftspartie für den Verein Herzogenburg/Traismauer. Im Jahr 1984 trat er erstmal bei einem Kinderturnier an und gewann es mit dem Punktemaximum – 5 aus 5. In den folgenden Jahren verbesserte sich seine Spielstärke stetig und Oliver Lehner entwickelte sich zu einem österreichischen Spitzenspieler. Im Jahr 1997 erreichte er bei der geschlossenen Staatsmeisterschaft den 3. Rang; ein Jahr später wurde ihm der IM-Titel verliehen. Heute arbeitet Oliver Lehner als Softwareentwickler und ist in der 1. Bundesliga für Sparkasse Jenbach im Einsatz.


Oliver Lehner bei der Staatsmeisterschaft 2009


Was fasziniert Sie am Schach?

IM Oliver Lehner
(Stille...) Eine schwierige Frage. Ich denke, ich spiele hauptsächlich aus Gewohnheit Schach, bis zu einem gewissen Grad ist es auch Selbstverwirklichung. Faszinierend finde ich, dass man Schach nie ganz verstehen kann.

Welche Ziele haben Sie im Schach?

Ich habe keine Ziele mehr, ich möchte mir nur eine gewisse Gefährlichkeit erhalten. Der GM-Titel wäre zwar vermutlich im Bereich des Möglichen, aber dazu bräuchte neben viel Zeit auch die Hilfe eines guten Trainers. Ich habe mir leider in meiner Denkweise und meinem Spiel zu viele Gewohnheiten angeeignet, die hinderlich sind und die ich nicht alleine beseitigen kann. Hätte ich in meiner Jugendzeit irgendeine Form von Förderung genossen, wäre wohl mehr als der IM-Titel drin gewesen. Leider hat sich der Österreichische Schachbund damals noch nicht um seine Talente gekümmert.

Was sind Ihre Stärken und Schwächen im Schach?

Ich beginne mit meinen Stärken, sie sind überschaubarer. Dazu zähle ich meine Kreativität sowie eine gewisse Schnelligkeit in der Entscheidungsfindung. Meine Schwächen sind zu zahlreich, um sie einzeln aufzählen zu können (lacht). Ein kurzer Auszug: sprunghaftes Denken, Anfälligkeit für äußere Einflüsse, keine fundierte Schachausbildung, schlechte Technik bei der Vorbereitung, sehr lückenhaftes Eröffnungsrepertoire. Technische Endspiele habe ich zum Glück selten am Brett, also bleiben mir da gröbere Peinlichkeiten erspart.

Welche Ihrer Schwächen wiegt am schwersten?

Schwer zu sagen... Wahrscheinlich, dass ich genau in der richtigen Stimmung sein muss, um gute Partien spielen zu können. Wenn's mich nicht richtig freut, geht wenig und wenn ich zuviel Ehrgeiz habe, schlägt das in Verbissenheit um und dann geht noch weniger. Am besten wäre es für mich vermutlich, wenn ich mich immer einfach darüber freuen könnte, am Brett zu sitzen.

Wie trainieren Sie?

Ich trainiere sehr unregelmäßig. Meistens versuche ich vor dem Schlafengehen, Mattprobleme und Studien im Kopf zu lösen. Auch Hilfsmatts üben auf mich einen gewissen Reiz aus, ich mag die Kooperation beider Seiten. Für Selbstmatts hingegen kann ich mich nicht wirklich erwärmen, ich tue mir schwer mit der Disziplin und das Erfolgserlebnis bleibt zu oft aus.

Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Schachtraining?

Vom Zeitumfang her trainiere ich im Schnitt etwa eine Stunde täglich, es kann aber auch mehr sein, ich führe nicht Buch. In letzter Zeit versuche ich...

Das ganze Interview gibt es im Februarheft des Schach Aktiv zum Nachlesen!

 

 

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