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Spätestens jetzt ist Markus Ragger der Über-Drüberflieger des österreichischen Schachsports. Seine tollen Ergebnisse mit Performances jenseits der 2700-er Marke in den Bundesligen von Österreich und Deutschland findet ihre Krönung bei der Einzel-EM in Aix-les-Bains. Nur als Nummer 73 gesetzt spielt Ragger ein sensationelles Turnier und qualifizert sich mit seinem 6. Rang souverän für den World-Cup, die nächste Stufe der WM-Qalifikation, die ab 26. August in Khanty-Mansiysk gespielt werden wird. Es ist ein Erfolg mit Rekorden. Erstmals ist ein Österreicher in den Top-10 einer EM. Erstmals wird Ragger in der FIDE-Weltrangliste vom 1. Mai 2011 mit einer voraussichtlichen Elozahl um 2660 den Sprung in die Top-100 der Welt schaffen. Die Wertigkeit seines Erfolgs zeigt die Schlusstabelle. Von der russischen Armada ist nur Europameister Potkin vor Ragger platziert. Peter Svidler, mehrfacher russischer Landesmeister, und viele andere Top-Großmeister sind hinter ihm. Freilich kommt der Erfolg nicht zufällig, sondern ist ein Produkt harter Arbeit. Ragger trainiert täglich zwischen 6-8 Stunden. Die EM bringt erste große Früchte für den Prime-Sportler des Schachs. (wk)
Ergebnisse bei Chess-Results, Turnierseite

 

Raggers Höhenflug

Ein Österreicher mischt die europäische Schach-Elite auf. Der Kärntner Markus Ragger holt bei der Europameisterschaft in Aix-les-Bains mit der Weltklasse-Performance von 2783 den 6. Platz, qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft und schafft zugleich erstmals den Sprung in die Top-100 der Weltrangliste.

Österreichs Nummer Eins Markus Ragger startet als Nummer 73 (!!) der Setzliste mit drei Siegen perfekt in die Europameisterschaft, die von der Europäischen Schach-Union zwischen 22. März und 2. April im französichen Aix-les-Bains ausgetragen wurde. Nach einem ersten Remis gegen den Franzosen Anatoly Vaisser muss Ragger eine kritische Phase gegen Emil Sutovsky überstehen. Der Israeli erzielt klaren Vorteil, Ragger opfert aber taktisch geschickt die Dame und schafft es, die Partie ins Remis zu retten.

Internationales Aufsehen erregt sein Sieg in der sechsten Runde gegen die ungarische Weltklassespielerin Judith Polgar, die sich als erste Frau lange in den Top-10 der Welt etabliert hatte und sich nun nach mehreren Baby-Pausen mit Rang Drei bei dieser EM kräftig zurück meldet. Polgar opfert gegen Ragger, wie so oft in diesem Turnier, früh eine Figur, scheitert aber an der eisernen Verteidigung des dreifachen österreichischen Staatsmeisters von 2010. Ragger gewann in der Allgemeinen Klasse, im Schnell- und im Blitzschach den Titel.

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Ragger in seiner Partie gegen Bulgariens Ivan Cheparinov

Nach einem weiteren Sieg gegen den Russen Mikhail Kopalia in der achten Runde liegt Ragger in der Zwischentabelle sogar auf Rang Zwei. In den letzten drei Runden zeigt Ragger seine mentale Stärke und qualifiziert sich mit drei Remisen für den World-Cup, die nächste Stufe der WM, an der nur 23 Spieler dieser EM teilnehmen dürfen. In der Endtabelle liegt Ragger auf Rang Sechs und ist damit erster Österreicher, der einen Top-10 Platz bei einer Europameisterschaft schafft.

Sein steiler Weg aufwärts wird ihn in der Mai-Liste der Weltrangliste zudem mit weiteren guten Ergebnissen bei der österreichischen sowie der deutschen Bundesliga erstmals in die Top-100 der Welt bringen. Sein Coach Zoltan Ribli, ehemals Nummer fünf der Welt, erwartet eine Elozahl zwischen 2660 und 2670, was einen Riesensprung von Rang 173 auf einen zwischen 70. und 80. bringen wird.

Europameister wird der Russe Vladimir Potkin vor dem Polen Radoslaw Wojtaszek und der Ungarin Judith Polgar.

Die weiteren Österreicher schlagen sich wacker. Im Eloplus landen die Steirer Alexander Fauland, der sich damit weiter der 2500-Elo-Marke nähert, Robert Kreisl, Andreas Diermair, Walter Wittmann und Marco Dietmayer-Kräutler. Nur David Shengelia (Wien) und Gerhard Schroll (Niederösterreich) spielen unter ihren Erwartungen, wobei Shengelia mit Rang 121 (von insgesamt 393 Teilnehmern) zweitbester Österreicher wird.

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Alexander Fauland (re)

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David Shengelia (re)

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Robert Kreisl

Fotos: Robert Zsifkovits

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