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Die Olympiade 2010 im sibirischen Khanty-Mansiysk ist Geschichte und wird zumindest als eine der besten, wenn nicht als die beste, in Erinnerung bleiben. Die Organisation war sehr bemüht den teilnehmenden Föderationen alle Wünsche von den Augen abzulesen. In den Kongressen der FIDE und ECU wurden die Weichen für die Zukunft des Schachsports gestellt. Unter "Weiterlesen" gibt es einen persönlichen Bericht von Österreichs Schach-Präsident Kurt Jungwirth. (wk)




Die kleine Stadt Chanty-Mansiysk in Westsibirien hat die Herausforderung, Schacholympiade und Weltkongress zu organisieren, brillant bestanden.

Bei den FIDE-Wahlen trat eine von Anatoly Karpow angeführte Liste gegen Kirsan Ilyumzhinow an. Ihre destruktive Strategie, inspiriert von Garry Kasparow, stellte sich rasch als chancenlos heraus. Die leichtfertige Klage beim Sportgericht in Lausanne gegen Ilyumzhinow wurde abgewiesen, andere Anschuldigungen gegen die FIDE blieben wirkungslos. Ilyumzhinow wurde mit 95 gegen 55 Stimmen wiedergewählt. Nach Beendigung seiner Amtsperiode in Kalmückien will er mit sichtlicher Unterstützung durch seine Regierung voll der Schachwelt zur Verfügung stehen. Auffallend hoch oben steht in seinem Programm Schach und Schule. Unmittelbar nach der Wahl hat er Karpow eine Zusammenarbeit angeboten. Es besteht Hoffnung, dass wieder Vernunft in die Schachwelt einzieht.

Ale neuer Präsident der ECU setzte sich der Bulgare Silvio Danailov gegen den Türken Ali Yazici durch. Das Sekretariat wird von Berlin nach Belgrad wandern, so wie die ganze Schachgeographie nach Osten. Wenn Westeuropa irgendwo mitreden will, braucht es Vertreter, die sich über ihre Föderationen hinaus für den Kontinent interessieren und engagieren.

Österreich stellt mit Robert Zsifkovits den neuen Vorsitzenden der Zone 2 (AUT, GER, SUI, LIE, SLO, CRO, BIH, FYROM, ISR). Er ist Mitglied des Exekutivrates der FIDE.

Die österreichischen Teams kämpften tapfer mit. In der „Allgemeinen Klasse“ belegen unsere Herren am Ende Rang 38, punktegleich mit den auf Rang 30 platzierten Georgiern. In der Schlussrunde stand unserer Mannschaft das Tor zu einem Jahrhundertergebnis offen, doch nach einer Niederlage marschierte unser Gegner Dänemark durch diese Pforte. Einziger Lichtblick bei den Damen ist eine Julia Novkovic. Ihr gelingt mit einem abschließenden Remis sogar eine WIM-Norm. Die andere vier Spielerinnen finden nicht zu ihrer Form. Rang 59 in der Schlusstabelle ist eine Enttäuschung. Nun heißt es Ärmel hochkrempeln. Die Schach-Olympiade 2012 in Istanbul wartet.

Kurt Jungwirth

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