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Blog WM - EM

180402 em rap frauenElisabeth Pähtz und Anna Muzychuk sind die neuen Europameisterinnen im Schnell- und Blitzschach. Im Schnellschachbewerb sind nach 11 Runden, die mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten und 10 Sekunden pro Zug an zwei Tagen agbewickelt wurden, vier Spielerinnen mit je acht Punkten an der Spitze. Da das Regulativ keinen Stichkampf um die Medaillen vorsieht entscheidet die bessere Zweitwertung zugunsten von Elisabeth Pähtz. Sie krönt mit dem ersten Europameistertitel bei den Frauen für Deutschland ihre bisherige Laufbahn. Silber gewinnt die Russin Anastasia Bodnaruk vor der klaren Elofavoritin Anna Muzychuk. Diese drei Spielerinnen bleiben ungeschlagen. Anna Ushenina muss sich mit "Blech" begnügen. Im Blitzbewerb kann Anna Muzychuk den Spieß umdrehen. Sie fügt in der dritten Runde Pähtz deren einzige Niederlage bei diesen Meisterschaften zu und gewinnt trotz einer Niederlage gegen Ana Matnadze in der Schlussrunde mit zehn Punkten aus 13 Partien mit einem halben Punkt Vorsprung auf das Trio Pähtz, Socko und Matnadze. Wieder hat Pähtz unter den Punktegleichen die beste Zweitwertung und sichert sich so die Silbermedaille vor Socko. Matnadze bleibt ohne Metall. Ausgetragen wurden die Meisterschaften mit 78 Teilnehmerinnen aus 16 Nationen vom 30. März bis 1. April unmittelbar nach den Europameisterschaften der offenen Klasse ebenfalls in Georgien, allerdings nicht in Batumi, sondern in Tiflils. (wk, Foto: Turnierseite)
ECU, Facebook-Turnierseite, Ergebnisse bei Chess-Results

180328 em r11Österreich hat einen neuen Großmeister im Schach. Der Steirer Andreas Diermair holt bei der Europameisterschaft in Batumi seine dritte Norm und wird den Titel eines Großmeisters vom Weltschachbund (FIDE) in Kürze offiziell verliehen bekommen. Andreas Diermair ist erst der fünfte gbürtige Österreicher nach Karl Robatsch, Josef Klinger, Nikolaus Stanec und Markus Ragger, der diese Auszeichnung erhält. Diermair gelangen seine Normen 2013 beim Open in Bad Gleichenberg, 2015 beim Europacup der Vereine in Skopje und nun in Batumi. Seine letzte Norm gelingt Diermair nach dramatischem Turnierverlauf. Er besiegt in den Runden fünf und sieben der EM die starken Großmeister Michal Krasenkow (POL) und Sergei Zhigalko (BLR). Das reicht nach zwei weiteren Remisen gegen GM Mads Andersen (DEN) und Mateusz Bartel (POL) für eine Norm aus neun Runden. Um den GM-Titel tatsächlich zu erhalten benötigte Diermair allerdings eine Norm aus elf Runden und hier gab es in Runde zehn mit einer Niederlage gegen den Russen Mikhail Kobalia einen herben Rückschlag. Diermair behält aber die Nerven, besiegt in der Schlussrunde den Serben Aleksandar Indjic mit den schwarzen Steinen und sichert sich damit doch noch die heißbegehrte dritte Norm und den Titel. Diese Leistung stellt eine andere toll etwas in den Schatten. Felix Blohberger erspielt mit fünf Punkten eine Eloleistung über 2500 und sichert sich eine IM-Norm. Damit geht die EM trotz Abwesenheit von Markus Ragger für Österreich erfolgreich zu Ende. Diermair wird mit 6,5 Punkten am 73. Platz von 302 Teilnehmern aus 34 Nationen Bester des ÖSB Teams. Shengelia beendet das Turnier mit sechs Punkten. Blohberger, Schnider und Huber gelingen jeweils fünf Punkte. Neuer Europameister ist der Kroate Iva Saric mit 8,5 Punkten. Er sichert sich den Titel in der Schlussrunde mit einem Sieg gegen David Navara. Silber geht an Radoslaw Wojtaszek (POL), Bronze an Sanan Sjugirov (RUS). Beide haben die bessere Feinwertung von insgesamt sieben Spielern mit je acht Punkten. (wk, Foto: Shengelia)
TurnierseiteErgebnisse bei Chess-ResultsECU

180326 candidates r13Fabiana Caruana geht als Führender in die Schlussrunde des Kandidatenturniers in Berlin. Der Amerikaner steckt die gestrige Niederlage gegen Karjakin gut weg, folgt gegen Levon Aronian der Partie Grischuk gegen Aronian aus der Runde davor und kommt zu einem überzeugenden Sieg. Da Karjakin gegen So über eine baldige Punkteteilung nicht hinauskommt, holt sich Caruana die Führung vor der Schlussrunde zurück. Es könnte aber eine trügerische Führung sein. Caruana braucht in der Schlussrunde einen Sieg um sicher zu gehen. Eine Punkteteilung in seiner heutigen Schwarzpartie gegen Grischuk reicht nur dann zum Turniersieg wenn Karjakin und Mamedyarov sieglos bleiben. Mamedyarov gewinnt gestern gegen Grischuk, weil der Russe einer Remisfortsetzung ausweichen musste um seine Chancen intakt zu halten. "Ein Remis war wie eine Niederlage", meinte Grischuk dazu in der Pressekonferenz. Mamedyarov seinerseits hat gute Chancen auf das Match gegen Carlsen wenn er heute mit Schwarz gegen Kramnik gewinnt und Caruana sieglos bleibt. Da es keinen Stichkampf gibt, müssen im Fall einer Punktegleichheit die Feinwertungen entscheiden und die sind für den Aserbeidschaner in fast allen möglichen Konstellationen günstig. Karjakin hat hingegen im Falle eines geteilten ersten Platzes mit Caruana die Nase vorne. Wenn drei sich streiten könnte aber auch Ding Liren noch der lachende Vierte werden. Die Sterne für seinen Sieg stehen aber schlecht. Er müsste mit Schwarz gegen Karjakin gewinnen, zugleich muss Caruana gegen Grischuk verlieren und Mamedyarov darf gegen Kramnik nicht gewinnen. Die Entscheidung um den nächsten WM-Herausforderer fällt heute ab 15:00 in Berlin. Spannung ist garantiert. (wk, Foto: FIDE)
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Ergebnisse bei Chess-Results
Blog von Stefan Löffler in der Frankfurter Allgemeine
Berichte von Anatol Vitouch in "DerStandard"
Daniel King: Videozusammenfassung der 13. Runde

180328 candidates r14Fabiano Caruana sorgt mit seinem Sieg beim Kandidatenturnier in Berlin für eine Weltmeisterschaft des Westens und wird vom 9. bis 22. November in London Magnus Carlsen herausfordern. Vor der Verwirklichung seines Traumes musste Caruana in der Schlussrunde in Berlin alles geben und stets auch seine Konkurrenten Karjakin und Mamedyarov im Auge haben. Karjakin wird nach einem Versehen von Ding Liren unsanft aus seinen Titelambitionen gerissen und schafft mit schlechter Stellung gerade noch ein Remis. Das ist zu wenig. Mamedyarov erhält mit Schwarz von Kramnik einen Kampf, alle drei Ergebnisse sind möglich, nachdem Kramnik einen Bauern für starke Initiative geopfert hatte. Mamedyarov gelingt mit einer hübschen Kombination noch der Übergang in ein scheinbar chancenreiches Endspiel, das Kramnik aber problemlos hält. Nach dieser Punkteteilung ist klar, dass Caruana ein Remis reicht. Der Amerikaner steht aber schon so gut, dass er in seiner Partie gegen Grischuk auf ein Remisangebot verzichtet und sie eine halbe Stunde später siegreich beendet. Caruana gewinnt das Kandidatenturnier in Berlin mit neun Punkten aus vierzehn Partien überzeugend vor Mamedyarov und Karjakin mit je acht Punkten. Ding Liren bleibt ungeschlagen einen halben Punkt dahinter. Kramnik und Grischuk zeigen risikoreiches Schach, bleiben aber knapp unter der 50%-Marke. Levon Aronian und Wesley So beenden das Turnier mit einem raschen Remisschluss am Tabellenende, wobei vor allem Aronian als einer der Favoriten mit sechs Niederlagen schwer enttäuscht. Überzeugt hat der Kampfgeist der Spieler. In dreizehn der vierzehn Runden brachte zumindest eine der jeweils vier Partien eine Sieger. In der ersten Runde waren es sogar drei. Das war beste Werbung für den Schachsport und macht das Kandidatenturnier in Berlin zu einem der spannendsten in der Geschichte. (wk, Foto: FIDE)
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Ergebnisse bei Chess-Results
Blog von Stefan Löffler in der Frankfurter Allgemeine
Berichte von Anatol Vitouch in "DerStandard"
Daniel King: Videozusammenfassung der 14. Runde

180326 em r9Die neunte Runde der EM in Batumi ist für Österreich mit einem Remis von Andreas Diermair gegen Mateusz Bartel (POL, 2609) und vier Niederlagen auf den ersten Blick unerfreulich. Bei Licht betrachtet fixieren Andreas Diermair eine GM-Norm und Felix Blohberger eine IM-Norm. Beide krönen damit ihre guten Leistungen. Für Diermair ist es bereits die dritte Norm nach Bad Gleichenberg 2013 und Skopje 2015, allerdings braucht er für den GM-Titel eine Norm aus elf Partien, da jene aus Skopje im Vereins-Europacup mit nur sieben Runden zählt und die GM-Normen auf insgesamt 24 Partien beruhen müssen. Blohberger könnte seiner ersten Norm in der Bundesliga bald eine weitere folgen lassen. Heute konnte er sich für die Norm sogar eine Niederlage gegen Kirill Shevchenko leisten. Morgen spielt Diermair mit Schwarz gegen Mikhail Kobalia (RUS, 2599), Blohberger hat mit Davit Jojua (2601) einen georgischen GM. Shengelia, Schnider und Huber bekommen die Chance gegen eloschwächere Gegner ihr Punktekonto aufzubessern. (wk, Foto: ECU)
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