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GM David Navara vs GM Felix Blohberger

Der österreichische Großmeister Felix Blohberger trifft in einem hochkarätigen Match auf den tschechischen Spitzenspieler GM David Navara. Gespielt werden 6 Runden vom 8.-13. Juni (immer um 15 Uhr) mit einer Bedenkzeit von 90 Min. für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie und einem Inkrement vom 30 Sek. ab dem ersten Zug. David Navara zählt seit vielen Jahren zur europäischen Schachelite und kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken: Seit 2002 vertrat er sein Land bei sämtlichen neun Schacholympiaden und spielte dabei siebenmal am Spitzenbrett. Darüber hinaus sicherte sich Navara bereits 14-mal den Titel des tschechischen Staatsmeisters.

Schachfans können das Match live mitverfolgen. Auf dem Twitch- und YouTube-Kanal von Felix Blohberger wird täglich eine Live-Kommentierung angeboten. Für die fachkundige Analyse sorgt GM Aleksandar Colovic mit wechselnden Gästen wie GM Markus Ragger, GM Simon Williams, IM Kostya Kavutskiy sowie WGM Jennifer Shahade.

Dieses Match wurde von Felix Blohberger organisiert und für ihn steht dabei  in erster Linie nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern der sportliche und schachliche Fortschritt:

„Die Idee des Matches ist es, dass ich so viel wie möglich lernen kann und es mir dabei hilft, mein Ziel von 2600 Elo zu erreichen. Navara ist ein fantastischer Spieler mit sehr viel Erfahrung und daher genau der richtige Gegner, um aus den Partien möglichst viel mitzunehmen. Unabhängig davon, wie das Match ausgeht, wird es eine tolle Lernerfahrung für mich sein. Außerdem möchte ich mich beim Österreichischen Schachbund für die Bereitstellung des Spiellokals sowie der Schiedsrichter bedanken.“

Mit David Navara wartet auf Blohberger somit ein äußerst anspruchsvoller Prüfstein, der wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zu seinen weiteren sportlichen Zielen liefern soll. (ssc)

Alle Ergebnisse: chess-results.com

Live-Partien:

ChessBase

Lichess

chess.com

CSA Förderpreis 2026 (7.000 €): Schach verbindet

Die ChessSports Association fördert in Kooperation mit Dr. phil. Harald Zaun soziale Schachprojekte mit 7000 Euro. Unter dem Motto „Schach verbindet“ können Initiativen bis zu 2400 Euro Unterstützung erhalten. Bis zu fünf Preise werden kurz vor Weihnachten 2026 vergeben. Schach verbindet alle Altersgruppen, alle Gesellschaftsschichten, alle Kulturen. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet, kann Schach den Zusammenhalt stärken. Wenn Du oder Dein Verein ein Projekt leitet oder betreut, das der Gesellschaft wertvolle Impulse schenkt, lass es uns wissen und bewirb Dich für unseren Förderpreis 2026. Reiche Dein Projekt mit einer Projektbeschreibung, mit Bildern, mit Videos etc. ein. Dein Projekt sollte gerade in der Durchführung sein oder 2026 abgeschlossen worden sein. Die fünf besten Projekte werden von unserer international besetzten Jury ausgewählt. Alle eingereichten Projekte werden auf unserer Homepage und unseren Social-Media-Kanälen vorgestellt. Mit der Einreichung erklärst Du Dich damit einverstanden und erteilst uns die Rechte für Deine eingereichten Medien und Bilder. Projekteinreichungen bis 20. November 2026 per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Die Vorstellung der Preisträger erfolgt am 15. Dezember 2026 im Rahmen der ChessSports-Akademie. (ssc, Text: Harald Schneider-Zinner)

Die Jury ist prominent und international besetzt:20260507
• Dr. Anita Stangl (Deutschland)
• Annette Waaijenberg (Schweiz)
• Suzan Miran (Österreich)
• Gerhard Bertagnolli (Italien)
• Renato Frick (Liechtenstein)

Ausschreibung

 

Mentale Stärke im Schachsport: oft unterschätzt, aber entscheidend

Im Schach wird traditionell viel über Eröffnungen, Taktik und Endspiele gesprochen. Ein Aspekt, der jedoch häufig im Hintergrund bleibt, ist die mentale Performance. Dabei zeigt sich über alle Spielstärken hinweg, dass gerade dieser Faktor einen spürbaren Einfluss auf den Partieverlauf und die Ergebnisse haben kann.

Viele Spielerinnen und Spieler kennen typische Situationen aus der Praxis: Eine zunächst vielversprechende Stellung gerät plötzlich aus dem Gleichgewicht, in eigentlich kontrollierbaren Positionen entsteht Zeitnot, oder nach einer Serie solider Züge schleichen sich unerwartete Fehler ein. Auch der Umgang mit Niederlagen und die Fähigkeit, rasch wieder den Fokus zu finden, stellen wiederkehrende Herausforderungen dar.

Solche Phänomene sind in der Regel keine Zufälle. Vielmehr folgen sie oft psychologischen Mustern, die auch aus anderen Leistungssportarten bekannt und wissenschaftlich gut untersucht sind. Während mentale Trainingsmethoden im Spitzensport längst etabliert sind, wird diesem Bereich im Schach bislang vergleichsweise wenig systematische Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein aktuelles Projekt aus dem deutschsprachigen Raum greift dieses Thema gezielt auf. Im Mittelpunkt steht eine Plattform, die sich mit mentaler Performance im Schach beschäftigt und Spielerinnen und Spielern Möglichkeiten bietet, eigene Denkmuster besser zu erkennen und daran zu arbeiten. Der Ansatz ist bewusst niederschwellig gestaltet und orientiert sich an Erkenntnissen aus Psychologie und Sportforschung.

Interessierte können sich unter chess-mind.de näher informieren und das Angebot eigenständig erkunden. (wk, Info: Janik Notheis)

Internationales Forschungsprojekt zur Entwicklung von Schachexpertise, Teilnehmer gesucht

Die Universität Graz führt gemeinsam mit der Northumbria University (GB) und der University of Sheffield (GB) ein internationales Forschungsprojekt durch.

Ziel dieses Projekts ist es, neue Einsichten zu jenen Faktoren zu gewinnen, die für eine erfolgreiche Schachkarriere förderlich sind. Wir betrachten hierbei nicht nur kognitive Fähigkeiten (wie z.B. räumliches Vorstellungsvermögen), sondern auch emotionale Kompetenzen, Motivation, Persönlichkeit und verschiedene Trainingstätigkeiten.

In diesem Projekt laden wir alle interessierten Klub- bzw. Turnier-Schachspieler/innen zu einer Online-Umfrage ein, die ca. 35 bis 45 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und in verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht.

Alle Teilnehmer/innen erhalten auf Wunsch ein individuelles Feedback zu ihren Ergebnissen im Vergleich mit anderen internationalen Schachspieler/innen.

Für weitere Informationen zum Projekt und Link zur Teilnahme an der Online-Umfrage:
Deutsch: https://chess-study.uni-graz.at/de/
Englisch: https://chess-study.uni-graz.at/en/

Schach beim Ball des Sports 2026

Am 21. März fand der Ball des Sports in den ehrwürdigen Hallen des Wiener Rathauses statt. Die drei Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION luden zu diesem besonderen Abend ein. Bereits zum zweiten Mal durfte der Kinder- und Jugend Schachverein Schach inszenieren.

In der eigens dafür geschaffenen Activity Area präsentierte unser junges Team mit viel Engagement und Begeisterung den Schachsport: Selina Jeitler (Jugendkommission), Sara Marinovic (Frauenkommission) sowie für den Spitzensport Laurenz Borrmann und Emilia Deak-Sala. Mitmachen war ausdrücklich erwünscht — und genau das machte den Auftritt so lebendig und einladend.

Der Abend stand ganz im Zeichen von Austausch, Musik und Tanz. Vor allem aber bot er die wunderbare Gelegenheit, Schach sichtbar zu machen: Schach ist jung, dynamisch und modern. Zahlreiche Gäste aus Sport, Politik und Wirtschaft waren anwesend und sorgten für ein stimmungsvolles und hochkarätiges Ambiente.

Unter dem Ehrenschutz von Bürgermeister Michael Ludwig wurde der Ball feierlich eröffnet. Viel Prominenz war vor Ort, darunter Ex-Vizekanzler Werner Kogler, ein großer Schachfan, sowie Staatssekretärin Michaela Schmidt.

Unter dem Motto „Vielfalt trifft auf Leidenschaft“ war auch unsere große Passion, das Schach, mittendrin — präsent, lebendig und mitten im Geschehen. (ssc, Text/Foto: Joachim Wallner)